Seit vielen Jahren gibt es im Pfarrverband Vilshofen, wie an vielen anderen Orten auch, jährliche Ehejubiläumsfeiern. „Immer wieder kamen mir aber auch jene in den Sinn, die ein solches Jubiläum nicht mehr feiern können“, schildert Pfarrer Peter Kieweg seine Überlegungen. „Daraus erwuchs die Idee einer entsprechenden Feier für Witwen und Witwer — in der Weihnachtszeit, weil an diesem Fest der Verlust sicher wieder mit am deutlichsten spürbar wird.“
So wurden alle Verwitweten eingeladen, knapp 20 aus dem Pfarrverband hatten sich angemeldet. Noch mehr waren schließlich gekommen, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern. In seiner Predigt ging der Ortspfarrer auf das Sterbegebet des greisen Simeon ein, der nun in Frieden scheiden könne, weil er im Christuskind das Heil gesehen habe. Äußere Umstände des Sterbens könnten damit nicht gemeint sein, sondern eine innere Gelassenheit aus dem Wissen, dass die Finsternis vorübergehe und schon das wahre Licht leuchte, wie in der Lesung zu hören war. „Das ist Botschaft auch für uns“, so der Geistliche. „Wenn der Schmerz über den Verlust auch bleibe und immer wieder aufbreche, so dürfe man doch die Hoffnung haben, dass den Verstorbenen das Licht leuchte.“
Zum Zeichen dafür waren die Verwitweten an die Krippe in der Pfarrkirche vor dem Altar eingeladen, um jeweils eine Kerze für ihre verstorbenen Ehepartner mit dem Licht von Betlehem anzuzünden. Am Ende brannten 35 Kerzen.
Im Pfarrsaal wurde anschließend gemeinsam gegessen und Kaffee getrunken, dank der Vorbereitung durch den Vilshofener Pfarrgemeinderat. 17 Damen und zwei Herren hatten die Einladung angenommen. Bewegend waren die Erzählungen über Erkrankung und Sterben oder ganz plötzlicher Tod der Ehepartner und wie es seither gehe. So manche Träne floss, aber auch viel gegenseitige Stärkung war zu spüren, und Dankbarkeit für diesen erstmalig durchgeführten Tag der Witwen und Witwer im Pfarrverband.


