Traditioneller Felderbittgang - Gläubige ziehen betend durch die Fluren Aunkirchens
Foto: Birgit Kampschulte
Aunkirchen. Beim traditionellen Felderbittgang der Pfarrei Aunkirchen machten sich zahlreiche Gläubige in der Bittwoche vor Christi Himmelfahrt gemeinsam auf den Weg durch die Fluren rund um Schönerting. Treffpunkt war heuer die Mattenhamer Brücke; von dort aus führte der Bittgang entlang von Feldern und Wiesen bis zur Kirche nach Schönerting, wo anschließend ein Schaueramt gefeiert wurde. - von Birgit Kampschulte
Die Bittgänge haben in der katholischen Kirche eine jahrhundertealte Tradition. In den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt bittet die Kirche bei den sogenannten Bitttagen um Gottes Segen für die Felder, um eine gute Ernte sowie um Schutz vor Unwettern und Naturkatastrophen. Ihren Ursprung haben diese Prozessionen bereits im 5. Jahrhundert. Bis heute sind sie besonders in ländlich geprägten Regionen lebendiger Ausdruck des Glaubens und der Verbundenheit mit der Schöpfung.
Jedes Jahr wird in der Pfarrei eine andere Wegstrecke gewählt. Heuer führte der Bittgang von der Mattenhamer Brücke nach Schönerting. Stadtpfarrer Peter Kieweg führte die Betenden mit der Monstranz an. Als Vorbeter wirkte erneut Hans Eglseder mit, der diese Aufgabe bereits seit vielen Jahrzehnten mit großer Routine und Verlässlichkeit übernimmt. Das Kreuz trug Korbinian Halser. Während des gemeinsamen Weges wurden mehrere Gesätze des Rosenkranzes gebetet.
Birgit Halser
Der Gottesdienst in Schönerting begann mit dem gemeinsamen Gebet zum Wettersegen. Dieser besondere Segensbrauch ist ebenfalls tief in der katholischen Tradition verwurzelt. Dabei bitten die Gläubigen um gedeihliches Wetter, um Schutz vor Hagel, Sturm und anderen Schäden sowie um den Segen Gottes für die Früchte der Erde und die Arbeit der Menschen. Gerade in einer Zeit, in der Wetterextreme und Sorgen um die Bewahrung der Schöpfung stärker ins Bewusstsein rücken, erhält dieser alte Brauch neue Aktualität.
Die Feier machte einmal mehr deutlich, wie lebendig kirchliche Traditionen in der Pfarrei Aunkirchen bis heute gepflegt werden und wie eng Glauben, Natur und Gemeinschaft miteinander verbunden sind.



