Die brennende Osterkerze zentral vor dem Altar — das ist am Pfingstsonntag, dem letzten Tag der Osterzeit, jährlich ein finaler Anblick. Dann kommt die Osterkerze zum Taufbecken und brennt für gewöhnlich nicht mehr, außer bei Taufen und Requien.
Pfarrer Peter Kieweg erklärte diese liturgische Gepflogenheit. Pfingsten hauche Ostern ein wie Jesus am Osterabend den Heiligen Geist. Pfingsten sei der Auftrag, das Osterlicht — neu genährt von der Feier der 50 Tage der Osterzeit — neu in die Welt zu tragen. Wenn die Osterkerze nun nicht mehr regelmäßig brennt, könne man den Pfingst-Auftrag so formulieren: “Sei DU nun eine brennende Osterkerze!”
Durch das Feuer vom Himmel werden beim Pfingstgeschehen nicht Kerzen entzündet, sondern Feuerzungen ließen sich auf die Jüngerschar hernieder. Das war auch in Vilshofen beim Gottesdienst mit den Johannesbläsern das Bild: Während der Pfingstsequenz rieselten 500 Feuerzungen aus dem Heilig-Geist-Loch herab.



