Birgit Kampschulte
Aunkirchen. Am Nachmittag des Palmsonntags hatte die Pfarrgemeinde zu einem besonderen Passionskonzert in die Pfarrkirche Aunkirchen eingeladen. Die Besucher erwartete eine eindrucksvolle Verbindung aus Musik und Mundartdichtung, die die Passionsgeschichte Christi auf berührende Weise neu erfahrbar machte. - von Birgit Kampschulte
Im Mittelpunkt stand „Die Leidensg’schichte uns’res Herrn“ des Unteriglbacher Mundartdichters Franz Schießl. In seinem Werk erzählt Schießl im Dialekt die biblische Passion von der Abendmahlsfeier über den Verrat des Judas bis hin zur Kreuzigung. Der Vortrag auf Bayerisch ließ die Besucher die jahrhundertealte Geschichte besonders emotional erfahren. Die bodenständige und einfühlsame Darstellung der Leidensgeschichte ist ein überzeugendes Beispiel dafür, wie traditionelle religiöse Inhalte im Dialekt lebendig erhalten bleiben können.
Paul Kampschulte
Die musikalische Gestaltung hatten der Sandbacher Dreigsang mit Monika Anzenberger, Birgit Kölbl und Maria Silbereisen sowie die Aunkirchner Hi&Do Musi mit Wolfgang und Rita Englmüller inne. Die beiden Ensembles umrahmten die Lesung mit passenden geistlichen und volksmusikalischen Beiträgen und schafften so eine stimmungsvolle Atmosphäre, die zum Innehalten und Mitfühlen einlud. Die Hi&Do-Musi bereicherte das Konzert mit einfühlsamen Stücken an Gitarre und steirischer Harmonika. Die Sängerinnen aus Sandbach sorgten mit ihren Liedern für Gänsehautmomente – besonders das Schlusslied „Dank für Golgatha“ hallte eindrucksvoll nach. Den würdigen Abschluss bildete nach dem Schlusssegen durch Stadtpfarrer Peter Kieweg das gemeinsam mit den Besuchern gesungene Lied „Heiliges Kreuz sei hoch verehret“.
Das Passionskonzert war damit eine besondere Einstimmung auf die Karwoche – getragen von Wort, Musik und der Kraft der bayerischen Mundart.



