Birgit Kampschulte
Aunkirchen. Zum 182. Mal gingen am 2. Samstag nach Ostern Fußwallfahrer aus Aunkirchen nach Altötting. 127 Teilnehmer waren dieses Mal dabei, darunter erstmals auch Bürgermeister Florian Gams mit seiner Lebensgefährtin Martina Sonnleitner. Eine Premiere war es auch für den kürzlich gegründeten Frauenverein „Hoamatherz“ – 14 Vereinsmitglieder beteiligten sich an der Wallfahrt. - von Birgit Kampschulte
Der Tag begann um 5 Uhr früh mit der Aussendung durch Stadtpfarrer Peter Kieweg. Höhepunkt war die Ankunft auf dem Kapellplatz in Altötting um 16 Uhr unter Einbegleitung durch den Altöttinger Pfarrvikar Pater David Kołodziejczyk, welcher anschließend im Kongregationssaal für die Aunkirchener eine Pilgermesse mit kurzer, launischer Predigt feierte.
Birgit Kampschulte
Dass alles reibungslos klappt, ist einem starken Helferteam um Wallfahrtsführer Sebastian Geißler und Organisator Karl Leuzinger zu verdanken. So begleiteten Alex Weiß, Rudi Weinberger und Markus Kühnert die Truppe mit einem Fahrzeug, stellten in regelmäßigen Abständen Getränke und Snacks am Straßenrand „to go“ bereit, nahmen Rucksäcke ab und boten eine Mitfahrgelegenheit, falls ein Teilnehmer eine Verschnaufspause brauchte. Vorbeter waren Rita Englmüller, Maria Lechner und Bodo Kampschulte. Kreuz und Kerze wurden abwechselnd getragen von Simon Sterr, Tobias Hölzlberger und Xaver Giermeier. Für die Verkehrssicherheit sorgten Stefan Stoiber und Jürgen Arbinger. Letzterer war heuer bereits das 25. Mal Verkehrshelfer. Stellvertretend für alle Helfer wurde während der Wegstrecke mit Jürgen Arbinger aus Maierholz ein Interview geführt.
Interview mit Jürgen Arbinger aus Maierholz
Birgit Kampschulte
Jürgen, zum wievielten Mal bist du nun dabei?
Da muss ich direkt mal nachrechnen. Heuer bin ich zum 27. Mal dabei. Davon habe ich 25 Mal den Verkehr geregelt.
Wann war deine erste Wallfahrt?
Das erste Mal bin ich mit 19 Jahren mitgegangen. Dazu gekommen bin ich über meine Freunde aus der Landjugend. Von denen ist heute zwar keiner mehr dabei, aber ich gehe weiter nach Altötting.
Was hat sich an der Wallfahrt verändert, seit du das erste Mal mitgegangen bist?
Es gehen deutlich mehr Jüngere mit als früher. Dass früher Kinder dabei waren, war eher die Ausnahme.
Auch die Strecke haben wir im Lauf der Zeit ein wenig geändert. Früher gingen wir auf dem letzten Teilstück von Reischach weiter nach Eisenfelden. Jetzt gehen wir über Kager am Inn entlang Richtung Neuötting – die deutlich schönere Strecke meiner Meinung nach.
Die größte Veränderung ist aber, dass wir zu meiner Anfangszeit noch zwei Tage lang unterwegs waren. Wir haben in Altötting übernachtet. Dadurch hatten wir auch die Möglichkeit, den Gottesdienst der Jugendwallfahrt, die ja immer am gleichen Tag ist wie unsere Wallfahrt, und die Lichterprozession mitzuerleben. Am Sonntag sind wir dann größtenteils mit dem Bus heimgebracht worden, Teilstrecken sind wir aber auch wieder zu Fuß gegangen. Auf alle Fälle sind wir das letzte Stück ab Aidenbach oder Buch wieder marschiert und dann in der Pfarrkirche in Aunkirchen feierlich eingeholt worden.
Ist dir eine Wallfahrt ganz besonders in Erinnerung geblieben?
Vor 25 Jahren gab es eine Wallfahrt, da hatte es am Vormittag plötzlich stark geschneit. Wie die Schneemänner sind wir in Baumgarten angekommen.
Gab es auch mal eine gefährliche Situation für dich als Verkehrshelfer?
Einmal tatsächlich ja, da wurde es brenzlig. Da hätte mich fast einer zusammengefahren, als ich vorneweg ging. Der Autofahrer, der von vorne kam, hat mich wohl nicht gesehen.
Warum gehst du Jahr für Jahr wieder mit?
Dafür habe ich tatsächlich gute Gründe — sehr persönliche, die mich dazu bewegen.
Auf was freust du dich heute am meisten?
Ich freue mich am meisten darauf, wenn ich am Nachmittag bei der Einbegleitung auf dem Kapellplatz meine zwei Diarndl (Anmerkung des Verfassers: Ehefrau Anita und Tochter Theresa) wiedersehe.
Wie geht’s dir am Tag nach der Wallfahrt?
Einmal besser, einmal schlechter. Mit den Jahren werden die Wehwehchen mehr. Am schlimmsten ist es am gleichen Tag abends. Am nächsten Tag geht’s eigentlich schon wieder.



