Messe vom Letzten Abendmahl und Ölbergstunde
Am Gründonnerstag bildete sich aus allen drei Pfarreien des Pfarrverbandes eine für die Abendmahlsmesse große Gemeinde. Der Ortspfarrer, der die Eucharistie in Konzelebration mit Pater Binoy zelebrierte, wies hin auf den Auszug des Allerheiligsten am Ende der Feier, das dem Hinausgehen Jesu aus der Schutzraum des Abendmahlssaales entspreche. Innerlich sei Jesus aber bereits zuvor über sich hinausgegangen, habe sich weggegeben in der Einsetzung der Eucharistie sowie in der Fußwaschung, die der Geistliche an zwölf Pfarrangehörigen vollzog: an drei Erstkommunionkinder, zwei Neugefirmten sowie sieben soeben neu- oder wiedergewählten Mitgliedern der Pfarrgemeinderäte. Nach der feierlichen wie schlichten Eucharistie, die der Kirchenchor seit dem Gloria nach dem Verstummen von Glocken und Orgel à capella einfühlsam gestaltete, fand besagte Übertragung des Allerheiligsten in die Krypta statt, in die sich nicht wenige einfanden und eine Ölbergstunde hielten.
Liturgie vom Leiden und Sterben des Herrn und Grablegung
Den Hauptgottesdienst des Karfreitages bildete die nachmittägliche Feier vom Leiden und Sterben des Herrn. Nach der Passion, die vom Kirchenchor unter Leitung von Regionalkantor Martin Bender gesungen wurde, sprach Pfarrer Kieweg darüber, dass das Kreuz nun gleich hereingebracht werde. Dies sei möglich, weil Jesus am historischen Karfreitag mit dem Kreuz hinausgegangen sei vor die Tore der Stadt, um seinem Erlöserleiden universal, gar kosmische Bedeutung zu geben. Gerade der abschließende Zug mit der Figur des gestorbenen Heilandes könne an eine Beerdigung erinnern. „Jesus ist nicht nur solidarisch mit uns Menschen in der Sterblichkeit“, erklärte der Priester. „Wenn er mit uns stirbt, dann zieht er uns auch in sein Leben, in sein Auferstehen.“ Viele folgten dem Zug in die Krypta, dessen stimmungsvolles Ambiente viel Lob erfuhr. Ein Pfarrangehöriger gratulierte dem Pfarrer und den Verantwortlichen für die Idee dieses Gebetsraumes, in dem sich am Karfreitag und Karsamstag immer wieder einzelne Gläubige einfanden.
Die Feier der Osternacht - die Nacht der Nächte
Der Höhepunkt der Osterfeier, die Osternacht, begann vor der nachtdunklen Kirche mit dem Osterfeuer, an der die Osterkerze entzündet und in die Versammlung getragen wurde. Das Bild der Kirche hatte sich durch viele fleißige Hände mittlerweile gewandelt von der Leere hin zur Fülle, mit festlichen Tüchern, Blumen und Osterstrauch und vielen Kerzen. Sei in der Osternacht vordergründig nur das Einziehen erkennbar wie der Einzug der Osterkerze, so gebe es doch auch ein Hinausgehen, erläuterte der Stadtpfarrer. Die Jünger sollen nach Galiläa, hinaus aus Jerusalem zum Ort des Anfangs und von dort aus das mit Jesus Erlebte von Ostern neu sehen und verkünden. Dasselbe gelte für die Getauften heute: das Osterlicht empfangen und weitertragen. Die Erinnerung an das eigene Christsein folgte durch die Tauffeier, für die erstmals wieder das Taufbecken geöffnet und das darin befindliche Wasser gesegnet wurde. Nach der Fest-Eucharistie klang nach der Speisenweihe und dem Oster-Segen die Nachtfeier mit dem Te Deum aus, von Glocken und der Orgel, die Martin Bender seit dem Gloria wieder kräftig bespielte, begleitet. Mit Ostereiern, die Pfarrer Kieweg und Gemeindereferentin Sabine Greineder verteilten, wurden die Gläubigen in die Nacht verabschiedet. Einige nahmen das Angebot der Pfadfinder an und blieben nach der gut zweistündigen Feier bei einem Schluck Wein noch beieinander.
Ostersonntag - Festmesse am Tag
Beim festlichen Oster-Hochamt am Vormittag des Ostersonntages schlug wieder die Stunde des Kirchenchores, der zusammen mit Orchester und Solisten in bekannter und geschätzter Qualität Mozarts Orgelsolomesse zu Gehör betrachte, dazu das Händelsche Halleluja. Pfarrer Peter Kieweg erinnerte angesichts des ersten Osterfestes mit Papst Leo XIV. (zu deutsch Löwe), dass neben dem Lamm-Vergleich die Bibel auch den Löwen als Bild für Jesus kenne. Ein Wort aus der Offenbarung des Johannes kombinierte der Geistliche mit der Inschrift am Kreuz: „Gesiegt hat der König der Löwen“. Aus dem erfolgreichen Disney-Film und Dauer-Brenner als Musical wurde ein Dialog zwischen Vater und Sohn über das Land und einen möglichen Eigentümer zitiert: „Es gehört niemandem, aber es liegt an Dir, es zu beschützen — eine große Verantwortung“. Ein Papst-Franziskus-Gedanke sei dies, der am Ostersonntag vor einem Jahr den letzten Urbi et orbi gespendet hatte und immer wieder mahnte, dass die Erde nicht wenigen, sondern allen gehöre und nicht ausgebeutet werden dürfe. Gott hingegen gehörte es, aber auch er lebe „gehören“ als „beschützen“. Weiter zitierte der Pfarrer den jungen Simba: „Ich dachte, ein König kann machen, was er will, sich alles nehmen“ sowie die Antwort von Mufasa: „Während andere nach dem suchen, was sie nehmen können, sucht ein wahrer König nach dem, was er geben kann.“ Jesus in seinen Erdentagen sei stets auf der Suche gewesen, wie er geben kann, am Ende gab er sich selbst. Die Christgläubigen seien zu selbigem aufgerufen: mit dem Auferstandenen zur Gabe werden. Stärkung für diesen Auftrag erhielten die mitfeiernden Gläubigen durch die festliche Liturgie dieser Tage.



