Aus dem Kirchenjahr

Die Feier der Österlichen Tage

Vilshofen Pfarrverband am 08.04.2026

Einziehen und Hinausgehen - angesichts der neuen Krypta, zu der immer wieder hinausgezogen wird, war dieser Gedanke der rote Faden durch die Feier der Österlichen Tage. 

Messe vom Letzten Abendmahl und Ölbergstunde

Am Grün­don­ners­tag bil­de­te sich aus allen drei Pfar­rei­en des Pfarr­ver­ban­des eine für die Abend­mahls­mes­se gro­ße Gemein­de. Der Orts­pfar­rer, der die Eucha­ris­tie in Kon­ze­le­bra­ti­on mit Pater Binoy zele­brier­te, wies hin auf den Aus­zug des Aller­hei­ligs­ten am Ende der Fei­er, das dem Hin­aus­ge­hen Jesu aus der Schutz­raum des Abend­mahls­saa­les ent­spre­che. Inner­lich sei Jesus aber bereits zuvor über sich hin­aus­ge­gan­gen, habe sich weg­ge­ge­ben in der Ein­set­zung der Eucha­ris­tie sowie in der Fuß­wa­schung, die der Geist­li­che an zwölf Pfarr­an­ge­hö­ri­gen voll­zog: an drei Erst­kom­mu­ni­on­kin­der, zwei Neu­ge­firm­ten sowie sie­ben soeben neu- oder wie­der­ge­wähl­ten Mit­glie­dern der Pfarr­ge­mein­de­rä­te. Nach der fei­er­li­chen wie schlich­ten Eucha­ris­tie, die der Kir­chen­chor seit dem Glo­ria nach dem Ver­stum­men von Glo­cken und Orgel à capel­la ein­fühl­sam gestal­te­te, fand besag­te Über­tra­gung des Aller­hei­ligs­ten in die Kryp­ta statt, in die sich nicht weni­ge ein­fan­den und eine Ölberg­stun­de hielten.

Liturgie vom Leiden und Sterben des Herrn und Grablegung

Den Haupt­got­tes­dienst des Kar­frei­ta­ges bil­de­te die nach­mit­täg­li­che Fei­er vom Lei­den und Ster­ben des Herrn. Nach der Pas­si­on, die vom Kir­chen­chor unter Lei­tung von Regio­nal­kan­tor Mar­tin Ben­der gesun­gen wur­de, sprach Pfar­rer Kie­weg dar­über, dass das Kreuz nun gleich her­ein­ge­bracht wer­de. Dies sei mög­lich, weil Jesus am his­to­ri­schen Kar­frei­tag mit dem Kreuz hin­aus­ge­gan­gen sei vor die Tore der Stadt, um sei­nem Erlö­ser­lei­den uni­ver­sal, gar kos­mi­sche Bedeu­tung zu geben. Gera­de der abschlie­ßen­de Zug mit der Figur des gestor­be­nen Hei­lan­des kön­ne an eine Beer­di­gung erin­nern. ​„Jesus ist nicht nur soli­da­risch mit uns Men­schen in der Sterb­lich­keit“, erklär­te der Pries­ter. ​„Wenn er mit uns stirbt, dann zieht er uns auch in sein Leben, in sein Auf­er­ste­hen.“ Vie­le folg­ten dem Zug in die Kryp­ta, des­sen stim­mungs­vol­les Ambi­en­te viel Lob erfuhr. Ein Pfarr­an­ge­hö­ri­ger gra­tu­lier­te dem Pfar­rer und den Ver­ant­wort­li­chen für die Idee die­ses Gebets­rau­mes, in dem sich am Kar­frei­tag und Kar­sams­tag immer wie­der ein­zel­ne Gläu­bi­ge einfanden.

Die Feier der Osternacht - die Nacht der Nächte

Der Höhe­punkt der Oster­fei­er, die Oster­nacht, begann vor der nacht­dunk­len Kir­che mit dem Oster­feu­er, an der die Oster­ker­ze ent­zün­det und in die Ver­samm­lung getra­gen wur­de. Das Bild der Kir­che hat­te sich durch vie­le flei­ßi­ge Hän­de mitt­ler­wei­le gewan­delt von der Lee­re hin zur Fül­le, mit fest­li­chen Tüchern, Blu­men und Oster­strauch und vie­len Ker­zen. Sei in der Oster­nacht vor­der­grün­dig nur das Ein­zie­hen erkenn­bar wie der Ein­zug der Oster­ker­ze, so gebe es doch auch ein Hin­aus­ge­hen, erläu­ter­te der Stadt­pfar­rer. Die Jün­ger sol­len nach Gali­läa, hin­aus aus Jeru­sa­lem zum Ort des Anfangs und von dort aus das mit Jesus Erleb­te von Ostern neu sehen und ver­kün­den. Das­sel­be gel­te für die Getauf­ten heu­te: das Oster­licht emp­fan­gen und wei­ter­tra­gen. Die Erin­ne­rung an das eige­ne Christ­sein folg­te durch die Tauf­fei­er, für die erst­mals wie­der das Tauf­be­cken geöff­net und das dar­in befind­li­che Was­ser geseg­net wur­de. Nach der Fest-Eucha­ris­tie klang nach der Spei­sen­wei­he und dem Oster-Segen die Nacht­fei­er mit dem Te Deum aus, von Glo­cken und der Orgel, die Mar­tin Ben­der seit dem Glo­ria wie­der kräf­tig bespiel­te, beglei­tet. Mit Oster­ei­ern, die Pfar­rer Kie­weg und Gemein­de­re­fe­ren­tin Sabi­ne Grei­ne­der ver­teil­ten, wur­den die Gläu­bi­gen in die Nacht ver­ab­schie­det. Eini­ge nah­men das Ange­bot der Pfad­fin­der an und blie­ben nach der gut zwei­stün­di­gen Fei­er bei einem Schluck Wein noch beieinander.

Ostersonntag - Festmesse am Tag

Beim fest­li­chen Oster-Hoch­amt am Vor­mit­tag des Oster­sonn­ta­ges schlug wie­der die Stun­de des Kir­chen­cho­res, der zusam­men mit Orches­ter und Solis­ten in bekann­ter und geschätz­ter Qua­li­tät Mozarts Orgels­o­lo­mes­se zu Gehör betrach­te, dazu das Hän­del­sche Hal­le­lu­ja. Pfar­rer Peter Kie­weg erin­ner­te ange­sichts des ers­ten Oster­fes­tes mit Papst Leo XIV. (zu deutsch Löwe), dass neben dem Lamm-Ver­gleich die Bibel auch den Löwen als Bild für Jesus ken­ne. Ein Wort aus der Offen­ba­rung des Johan­nes kom­bi­nier­te der Geist­li­che mit der Inschrift am Kreuz: ​„Gesiegt hat der König der Löwen“. Aus dem erfolg­rei­chen Dis­ney-Film und Dau­er-Bren­ner als Musi­cal wur­de ein Dia­log zwi­schen Vater und Sohn über das Land und einen mög­li­chen Eigen­tü­mer zitiert: ​„Es gehört nie­man­dem, aber es liegt an Dir, es zu beschüt­zen — eine gro­ße Ver­ant­wor­tung“. Ein Papst-Fran­zis­kus-Gedan­ke sei dies, der am Oster­sonn­tag vor einem Jahr den letz­ten Urbi et orbi gespen­det hat­te und immer wie­der mahn­te, dass die Erde nicht weni­gen, son­dern allen gehö­re und nicht aus­ge­beu­tet wer­den dür­fe. Gott hin­ge­gen gehör­te es, aber auch er lebe ​„gehö­ren“ als ​„beschüt­zen“. Wei­ter zitier­te der Pfar­rer den jun­gen Sim­ba: ​„Ich dach­te, ein König kann machen, was er will, sich alles neh­men“ sowie die Ant­wort von Mufa­sa: ​„Wäh­rend ande­re nach dem suchen, was sie neh­men kön­nen, sucht ein wah­rer König nach dem, was er geben kann.“ Jesus in sei­nen Erden­ta­gen sei stets auf der Suche gewe­sen, wie er geben kann, am Ende gab er sich selbst. Die Christ­gläu­bi­gen sei­en zu sel­bi­gem auf­ge­ru­fen: mit dem Auf­er­stan­de­nen zur Gabe wer­den. Stär­kung für die­sen Auf­trag erhiel­ten die mit­fei­ern­den Gläu­bi­gen durch die fest­li­che Lit­ur­gie die­ser Tage.

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