Peter Raster
Vilshofen. Der neue Pfarrgemeinderat in Vilshofen hat in seiner konstituierenden Sitzung mit einer neuen Doppelspitze die Weichen für die Zukunft gestellt. - von Peter Raster
Zwischen dem Wahlkampfgetöse rund um die Kommunalwahl ging die Wahl des Vilshofener katholischen Pfarrgemeinderates geräuschlos — man könnte bei einer Wahlbeteiligung von 2,5% fast sagen — unbemerkt vonstatten. Die 10 gewählten neuen Mitglieder des Vilshofener Pfarrgemeinderates trafen sich nun auf Einladung von Pfarrer Peter Kieweg zu ihrer konstituierenden Sitzung im Pfarrzentrum, in der Birgit Baumann und Heidi Kapfhammer als gleichberechtigte Vorsitzende gewählt wurden. Erste Stellvertreterin ist Nina Raab, zweiter Stellvertreter Eduard Evteev, Schriftführerin Andrea Scheungrab. Als Delegierte für diverse kirchliche Gremien wurden bestimmt: Birgit Baumann für die Kirchenverwaltung, Heidi Kapfhammer und Birgit Baumann für den Pfarrverbandsrat, Nina Raab für den Rat des Pastoralen Raumes. Der bisherige Pfarrgemeinderatsvorsitzende, Bernhard Oberneder, hatte sich nicht mehr der Wahl gestellt, da er sich ganz auf seine Arbeit als Kirchenpfleger konzentrieren möchte.
Pfarrer Kieweg ging auf die Neugestaltung des „Pastoralen Raums“ ein, eine Vernetzung von sechs Pfarrverbänden (Aldersbach, Alkofen, Hofkirchen, Ortenburg, Otterskirchen, Vilshofen), in denen ein Pfarrer fest zugeordnet bleibt, die Pfarrvikare und pastoralen Mitarbeiter dagegen als ‚Springer‘ fungieren, die je nach Bedarf in die verschiedenen Pfarrverbände entsandt werden. Dienstvorgesetzter aller ist der „Pastoralraumleiter“, Pfarrer Peter Kieweg. Z.B. wird Gemeindereferentin Sabine Greineder die Kinderbibelnacht in Zukunft auch in anderen Pfarreien anbieten.
Die monetären und personellen Engpässe zwingt die Kirche, solche „Synergieeffekte“ zu nutzen, d.h. vorhandene Ressourcen optimal auszulasten. Die Anzahl der Katholiken, der Kirchenbesucher und damit die Anzahl der Priester (Maßzahl: ein Priester pro 3500 Katholiken) gehen kontinuierlich zurück. Und wenn man davon ausgeht – wie es Pfarrer Kieweg plastisch formulierte – dass die Priester keine Zeremonie-Maschinen sind, Anspruch auf Urlaub haben und auch mal krank werden können, dann ist klar, dass in absehbarer Zukunft nicht mehr in allen Pfarreien ein Sonntagsgottesdienst möglich sein wird.
In der Stadtpfarrkirche Vilshofen wird es weiterhin den zentralen Sonntagsgottesdienst um 10:30 Uhr geben. Allerdings wird man entweder die Frühmesse oder die Vorabendmesse streichen müssen. Eine vom neuen Pfarrgemeinderat besprochene Variante wäre, in der stark Freizeit-orientierten Sommerzeit-Periode nur die Frühmesse und in der eher gemütlich ausgerichteten Winterzeit-Periode nur die Abendmesse anzubieten. Der Pfarrgemeinderat diskutierte über niederschwellige Alternativangebote wie z.B. Andachten und beschloss auf der Suche nach kreativen Lösungen auch die Gläubigen aus der Gemeinde zu befragen. Was nicht mehr gehen wird, ist, – im Sinne einer ‚Service-Erwartungshaltung‘ — zu sagen: „ich möchte, dass alles genau so bleibt wie es ist“.
Der neue katholische Pfarrgemeinderat wird in verschiedenen Arbeitsgruppen – von Erwachsenenbildung über Feste und Feiern bis hin zu Liturgie, Medienarbeit und sozialen Aufgaben – das Gemeindeleben aktiv mitgestalten und fungiert – gerade jetzt, da viele Gläubige Distanz empfinden – als wichtiges Bindeglied zwischen offizieller Kirche und der Gemeinschaft ALLER Gläubigen. Es wird Veränderungen geben, was bleibt, ist die Kraft des Glaubens.



